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Einzelhandelslager

Wie Sie den Betrieb eines Einzelhandellagers effektiv managen

Ein ehrliches Geständnis vorweg:

Es ist nicht unüblich, dass viele Experten, Fachleute und Beratungsunternehmen – uns eingeschlossen – ihr Wissen über die Lagerbranche in relativ allgemeinen Begriffen weitergeben. Fast so, als würden alle Lager einander gleichen, mit marginalen Unterschieden in Design, Aufbau, Arbeitsweise und Management. Heute möchten wir diese Sichtweise hinterfragen und uns gezielt mit den Besonderheiten eines modernen Distributionszentrums für eine Branche befassen, die einen wesentlichen Teil unserer Wirtschaft ausmacht: dem Einzelhandel.

Was ist ein “Einzelhandelslager”?

Warenlager Einzelhandel

Wenn man über ein „Einzelhandelslager“ spricht, sollte man im Hinterkopf behalten, dass im Zuge der Digitalisierung des Handels in den letzten 30 Jahren mittlerweile fast jedes Unternehmen in gewissem Maße ein Einzelhändler ist. Jeder kleine Laden kann innerhalb weniger Tage über Drittanbieter ein komplettes E-Commerce-Angebot aufbauen – ganz ohne zusätzliches Personal oder Lagerfläche. Unser Fokus liegt in diesem Artikel jedoch auf drei klassischen Varianten des Einzelhandellagers:

  • Reines Einzelhandelslager
  • E-Commerce-Lager
  • Hybrides Lager (Einzelhandel und E-Commerce)

Grundlegende Aspekte eines Einzelhandelslagers

Einige Merkmale gelten für jedes gut geführte und effiziente Einzelhandelslager gleichermaßen:

  1. Das Lager hält Ihre Versprechen ein

    Im Einzelhandel macht das Lager den ersten Eindruck beim Kunden, wenn dieser seine Bestellung erhält. Zwar kann das Lager nicht für alles verantwortlich gemacht werden, was während des Transports passiert, aber es ist für die Verpackung zuständig – und damit für die Qualität des gelieferten Produkts.

    Betroffene Prozessbereiche: Kommissionierung, Sortierung, Verpackung, Versand

  2. Bestandsgenauigkeit

    Genauigkeit ist in jedem Lager wichtig – im Einzelhandel hat sie jedoch besonders große Auswirkungen. Kunden bestellen nur Produkte, die laut System verfügbar sind. Wenn die Bestände ungenau oder falsch zugeordnet sind, kann dies zu weitreichenden Problemen führen.

Ein gutes System sollte folgende Bestandstypen berücksichtigen:

  • Backorder-Menge: Ideal mit voraussichtlichem Lieferdatum
  • Lagerbestand ("On Hand"): Gesamtbestand im Lager (einschließlich bereits versandfertig Ware)
  • Reserviert ("Committed"): Für Kundenaufträge reservierte Artikel
  • In Bearbeitung ("In Process"): Bereits kommissioniert, aber noch nicht versendet
  • Rückläufer: Geprüfte Rücksendungen, die wieder eingelagert werden
  • Wareneingang/Qualitätsprüfung: Noch nicht für Kommissionierung freigegeben
  • Verfügbar: Summe aller Artikel, die sofort bestellt werden können

Formel zur Bestimmung der Verfügbarkeit:

VERFÜGBAR  = (Lagerbestand + Backorder + Rückläufer + Wareneingang)-(Reserviert + In Bearbeitung)

Betroffene Prozessbereiche: Kundenservice, IT, Kommissionierung

Einzelhandelslager

3.      Lagerlayout und Organisation

Noch bevor die erste Lieferung eintrifft, ist die Planung des Lagers entscheidend. Dabei spielen folgende Fragen eine Rolle: 

  • Haben Sie kleine, große oder sperrige Artikel - oder eine Mischung?

  • Führen Sie viele Artikelvarianten, z.B. Kleidung mit Farb- und Größenoptionen?

  • Gibt es besonders wertvolle Artikel (z.B. Schmuck)?

  • Wie empfindlich sind die Artikel? Sind sie bruchempfindlich oder erfordern Diskretion?

Es gibt keine universelle Lösung für Lagerlayouts – jedes Lager ist individuell. Deshalb sieht man selten zweimal denselben Kommissionierprozess.

Betroffene Prozessbereiche: Kommissionierung, Nachschub

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Warum diese drei Punkte entscheidend sind

Wenn Sie diese drei Grundpfeiler Ihres Lagerbetriebs im Griff haben, sind Sie gut aufgestellt für die täglichen und saisonalen Herausforderungen im Einzelhandel. Warum? Weil alle drei Aspekte direkt oder indirekt mit der Kommissionierung zusammenhängen – einem Bereich, der oft über 50% der Lagerbelegschaft beschäftigt und maßgeblich die Kundenzufriedenheit sowie Ihre Kostenstruktur beeinflusst.

Unterschiedliche Lagerarten

Es gibt unterschiedliche Modelle des Einzelhandelslagers mit jeweils spezifischen Anforderungen:

1. Lager für Filialbelieferung (Brick & Mortar DC)

Auf den ersten Blick wirkt diese Variante einfacher. Das Ziel: Die Filialen müssen regelmäßig mit Nachschub versorgt werden, um leere Regale zu vermeiden.

Typische Merkmale:

  • Paletten- oder Behälterversand

  • Feste Versand- oder Anliefertage

  • kein klassischer Packbereich

  • Oft unternehmenseigene Fahrzeugflotte

Trotz des geringeren logistischen Aufwands kann auch hier ein schlecht geführtes Lager den Kundenerfolg beeinträchtigen.

2. Hybrides Lager (Filialbelieferung und E-Commerce)

Wenn ein Lager sowohl Filialen als auch Endkunden bedient, entstehen besondere Herausforderungen:

  • Wer hat Vorrang beim Bestand - Filiale oder Onlinekunde?
  • Werden dieselben Lagerflächen für beide Kanäle genutzt?
  • Lässt sich der Versand kombinieren, um Kosten zu sparen?

Manche Händler trennen beide Bereiche vollständig, andere nutzen einen Mix.

Fazit: Der Einzelhandel wird hybrid

Während sich nicht jeder Laden in ein IKEA verwandelt, verschwimmen die Grenzen zwischen Lager und Verkaufsfläche zunehmend. Nicht räumlich, aber durch die wachsenden Anforderungen an Geschwindigkeit und Verfügbarkeit. Die Möglichkeit, Artikel innerhalb von 24 Stunden zur Abholung in eine Filiale zu liefern, ist nur ein Beispiel für diese Entwicklung.

Mobile Arbeitsplätze unterstützen alle Lagerarten und können für unterschiedliche Prozesse wie Kommissionierung, Retourenbearbeitung und Qualitätsmanagement eingesetzt werden. Sprechen Sie uns auf diese Lösung an, wenn bei Ihnen Optimierungspotenzial besteht.

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